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Im Prinzip begann alles mit einer ganz seltsamen Karnevals-Party vor etwa neun Jahren. Location war eine Wiese, ein Acker irgendwo am Ende der merkwürdigen Dorfgemeinde Oedt. Der Grundgedanke dieser Party steht immer noch für das Konzept und Konstrukt Halle-Luja, denn dort konnte nur mitfeiern, der irgendeinen Beitrag leistete. Ja auch die Halle steht für den Leistungsgedanken! Auf der Wiese standen dann ein recht geräumiges Zelt und ein Klo, wir hatten eine Live-Band, die "Wehrspottgruppe Zoffmann", der Karnevalsgruß hieß nicht Helau, sondern Asyl. Der Tribut, den jeder Besucher entrichten musste, war eine Nummer, eine selbst- oder kurzfristig inszenierte Bühnendarstellung. Kurzum, es war ein grandioser Abend. Der morastartige Wiesengrund hinderte keinen daran, zu skurrilster Musik das Tanzbein zu schwingen. Selbst ungläubig dreinblickende Anwohner konnten mit ihren Protesten nur sporadische Erfolge erzielen.
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Das Gelingen dieser Aktion motivierte für andere Aufgaben, also organisierte man im gleichen Jahr ein Festival diesmal im urbanen Vinkrath. "Umsonst und Draußen" der Titel jener legendären Zwei-Tage-Veranstaltung (welche noch vier weitere nach sich zog) ebenfalls auf einem beschaulichen Wiesengelände.
Mittlerweile hatte der Kern der Leute begriffen, wie genial es ist, Kulturegoismus auszuleben. Das Leben machte Spass, warum nicht nach höherem Streben? Eine seltsame Fügung, ein Wink des Schicksals, die Räumlichkeit an der Butzenstraße stand 1993 zur Disposition. Aus der Kulturcrew wurden Mieter, aus Mietern wurde ein e.V., aus der Halle die Halle-Luja, aus Menschen mit viel Freizeit wurden freizeitlose Wahnsinnige, die es tatsächlich schafften, aus gar nichts, die Halle aus dem Boden zu stampfen. |

Erstes Festivalklo unter Palmen |
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"Der Stuhl der Macht" -
Präsidententhron im Beuys-Stil |
Aus Leuten die nur den Kanzler Kohl kannten, wurden Menschen und unzynisch eine Bühne für jedermann zu schaffen. Jeder so gut er konnte, niemand mit Zwang, das Ganze ohne Mobbing, ohne Zuschüsse dafür zweiflerisches Schmunzeln in der Kneipenkulturen rund um den Kreis.
Scheiße, auch wir brauchten Geld.
Darum die Entscheidung eine Großveranstaltung einzuführen. Techno auf dem Platten Land, in der Halle einer ehemaligen Wohnwagenfabrik - zur ersten Party kamen rund 700 Leute. Ein Vorstand ist ein Vorstand, er muss entlastet werden, irgendwie schaffte man es immer auf den recht unkonventionellen Jahreshauptversammlungen Visionen zu gebären, deren Umsetzung sprichwörtlich "eben Halle" ist. |
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Acht Jahre, 8 Jahre gibt es diese Halle mittlerweile und es ist nicht nur den Vorstandsleuten zu verdanken, sondern unglaublich vielen Konstellationen und Berufenen, die sich nicht zu schade waren, einfach mitzumachen, auch um vier Uhr morgens zu kellnern und dafür einen warmen Händedruck und eventuell einen Getränkegutschein über fünf Getränke zu erhalten (sozusagen das ganze Sortiment der Halle). |

Legendäre Bademodenschau |
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vorbildliche Montage der allg. Sicherheitsbestimmungen
zur Zufriedenheit des Ordnungsamtes |
Die Hallendinos haben niemals geglaubt, das dieses Projekt wirklich so lange Bestand haben könnte. Mittlerweile aber kann man von einem relativ gut strukturiertem Konzept ausgehen, dass einen Publikumsstrom von etwa 5000 Leuten im Jahr ein Forum der unterschiedlichsten Art bietet. Von Saftinfarkt bis Theater, von Lesungen oder Filmabenden, von Jazzsessions- bis Kinderdiscos, von Live-Bands über Bauchtanz, etc. Das ist Kultur an der Grenze.
Das Tollste an der Halle aber ist der "Nachwuchs". Ja, Ja, die Saat, die nun aufgeht. Tatsächlich rückten mit der Zeit junge Leute ins Zentrum der Macht und ich gehe davon aus, dass noch lange Zeit Grenzkultur zu erleben sein wird. Immer wieder die alte Leier: Jeder kann bei uns oder besser mit uns Ideen verwirklichen. Die einzige Konstante ist der Wandel! |
Autor: Ansgar Hinse alias IKE
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